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2023-10-30 09:43:08, Jamal

„Dokumente der Niedertracht“

“While the world is quick to forget, for us time has stopped that day - for three weeks already it's October 7.” #Instagram, Source

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„Am 7. Oktober 2023 wurden im Süden Israels von den Horden der Hamas unsägliche Grausamkeiten begangen. Die Pietät verbietet es, sich ein Bild davon zu machen … Die Grausamkeiten wurden gefilmt, gestreamt, verbreitet, die Hölle auf Erden für alle zugänglich.“ Natan Sznaider am 24. Oktober 2023 in der „Süddeutschen Zeitung“, Quelle

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„Liege ich falsch, wenn ich eine gewisse Kälte fühle, mit der man in Deutschland auf das Massaker der Hamas in Israel reagiert?“ Axel Hacke in der Süddeutschen Zeitung am 26.10. 2023, Quelle

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„Hieß es in den ersten Tagen: „Ja, ich bin entsetzt und solidarisch“, heißt es nun immer öfter: „Ja, aber …“ Viel zu schnell kommt dieses Aber. Der Zivilisationsbruch, der stattgefunden hat, die barbarische Gewalt, die wir erleben mussten, ist ein Massaker, in dem Empathie und Menschlichkeit keinen Platz hatten. Kann man nicht ein paar Wochen einfach nur trauern … und sich auf die Seite der Opfer stellen?“ Michel Friedman im Gespräch mit Cornelia Geißler, Berliner Zeitung vom 26.10. 2023, Quelle

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„Die schleichende Institutionalisierung des Israelhasses wird dieser Tage deutlich ... Es war unüberhörbar. Der Kunstbetrieb hüllte sich nach den Hamas-Massakern an israelischen Zivilisten zunächst in Schweigen ... Mittlerweile aber hat der Kunstbetrieb seine Stimme wiedergefunden: Seit Tagen sorgt ein auf der Website des Kunstmagazins Artforum publizierter, von über 1000 internationalen Künstlern unterzeichneter offener Brief für Aufsehen. Sie bekunden ihre Solidarität mit dem palästinensischen Volk, unterstützen dessen Befreiung, sprechen tatsachenwidrig vom besetzten Gazastreifen und werfen Israel eine genozidale Politik vor. Vor allem aber schaffen es die Autoren, die Hamas mit keinem einzigen Wort zu erwähnen!“ Eugen El in der „Jüdischen Allgemeine“ vom 22.10. 2023, Quelle

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„Auf der offiziellen politischen Bühne erleben die Juden und der Staat Israel seit dem Hamas-Massaker alle Solidarität, die sie sich wünschen können. Aber im progressiven Teil der sogenannten Zivilgesellschaft, in Kulturinstitutionen, in den Geisteswissenschaften, in NGOs schweigen viele, die sonst alle erdenklichen Formen von Gewalt und Mikroaggressionen anprangern.“ Jochen Buchsteiner am 22.10. 2023 in der FAZ, Quelle

„Ahaṅkāra ist der Teil des Geistes, der identifiziert … (er) ist das, was man denkt, dass man sei.“ Christopher Wallis, „Licht auf Tantra“

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Der individuelle Fortschritt auf dem Weg des Erwachens und der Befreiung entspricht keiner „Evolution hin zu einem besseren Zustand des Seins, sondern … (einer) Auflösung dessen, was dich hindert, die Wahrheit zu erkennen, die … direkt … in dir (liegt).“ Christopher Wallis

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„Wir wachsen durch dieselben Hindernisse, die uns zu Fall bringen.“ Yoga-Sprichwort, überliefert von Christopher Wallis

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 „Es erfordert Übung, auf die Stimme (der wahren Intuition, im Gegensatz zur unterbewussten Programmierung) zu hören, die leiser ist als der Verstand.“ Christopher Wallis

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„Die Weisen sagen uns, dass das Muster des gesamten Universums … (deinem) Wesen eingeprägt ist … du bist das Ganze.“ Christopher Wallis

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“We are not human beings having a spiritual experience; we are spiritual beings having a human experience.” Pierre Teilhard de Chardin

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„Die drei Kräfte des Willens, des Wissens und des Handelns entfalten sich in genau dieser Reihenfolge.“ Christopher Wallis

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„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen manche Mauern. Andere bauen Windmühlen.“ Chinesisches Sprichwort, zitiert nach Susie Yang

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„(Der ganz normale Wachzustand) ist aus spiritueller Sicht der am wenigstens wache Zustand überhaupt.“ Christopher Wallis

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„Die meisten Menschen bewegen sich in ihrem Wachleben wie in einem Traum.“ Christopher Wallis

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“However, in doing so, it is worth noting, that Yoga had been transformed in one sudden leap of evolution. In fact, with no historical precedent; from a practice generally related to transcending the body, yoga was now a means for living more comfortably within it.” @adam keen ashtanga, Quelle

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“We are not human beings striving to be spiritual; we are already spiritual beings.” Michael Zunini

Tantrische Leuchtfeuer

Der Titel zitiert einen Klassiker des Genres. „Tantrāloka - Licht auf Tantra“ stammt von einem Philosophen, Dichter und Mystiker des 10. Jahrhunderts. Abhinavagupta wirkte in Kaschmir. Wallis sagt ihm nach, er habe den tantrischen Spielraum vollkommen genutzt und „die totale Integration und Erweiterung aller Ebenen des eigenen Wesens“ erlebt.

 

Abhinava Gupta (Schreibweise des Autors) führte Quellen zusammen. Er verflocht lose Traditionsfäden und schuf so einen Korpus der Kohärenz, der Suchenden und Wissenden hilft. Um Abhinava Guptas Stellung im architektonischen Gefüge der Tantra-Kodifikationen zu bestimmen, vergleicht ihn Wallis mit Thomas von Aquin.

Abhinavagupta reagierte zumal auf zwei Traditionslinien - Trika und Krama. Die Überführung divergierender Anschauungen in einen Hafen der Harmonie vollendet sich, so Wallis, in der Trika-Krama-Synthese.

„(Darin) gibt es keine Reinheit und Unreinheit, keinen Dualismus und keinen Non-Dualismus, kein Ritual noch dessen Ablehnung.“

Kraftvolle Infusion der Gnade

Wallis beschreibt Vormomente der Tantrik-Praxis auch am Beispiel seines eigenen Erwachens. Er versteht Śaktipāta als „reale, universelle, kulturübergreifende … Erfahrung“. Seine erste „Erfahrung von Śaktipāta“ schildert er als Adoleszenzereignis. Nach einer „langweiligen“ Meditation bemerkte er, „dass sich scheinbar die ganze Welt verändert hatte“.

„Ich fühlte eine unglaubliche, unbeschreibliche Energie in meinem Herzen.“

Ihn erfüllte eine Liebe, die sich nicht in Einzelheiten verhakte, und die er als das „Realste“ begriff, „was in der Wirklichkeit da war“.

Von Śaktipāta aufgeschlossen zu werden, kann voraussetzungslos jeder/m widerfahren. Deshalb charakterisiert Wallis das Erwachen als eine „kraftvolle Infusion der Gnade“.

„Du beginnst damit, die kontrahierte Phase der Existenz zu beenden, indem du den Prozess der Expansion zurück in die Fülle deiner wahren Natur einleitest.“

Klandestine Identität

Im Weiteren gibt Wallis einen historischen Abriss der Initiation-Formalitäten und deren gesellschaftlichen Voraussetzungen. Mitunter hoben die Meister:innen Kastenschranken und Geschlechtersegregationen auf. Sie konnten Herkunftsbegrenzungen sprengen und Statusaufwertungen organisieren. Der Autor unterstreicht das Besondere einer Praxis, die konstitutiv-restriktive Teilhabemodelle förmlich aushebelte. Kaste und Geschlecht wurden allgemein als „dauerhaft ererbte und determinierende Merkmale (angesehen)“. Vor diesem sozialen Hintergrund erscheint jede geistige Überwindung subversiv. Die spirituelle Expansion hat(te), so Wallis, „eine starke psychologische Wirkung auf den Eingeweihten ... indem er dem Empfänger das Gefühl einer inneren, wahrhaftigen, geheimen Identität innerhalb der sozial konstruierten Persona vermittelt(e)“.    

Es ging/geht um nicht weniger als die „volle Manifestation von Göttlichkeit“ in einer Person.

„Die tantrische Philosophie und die Quantenphysik sind sich einig: Alles ist Vibration. Diese Schwingung des Lebens vollzieht sich in einem ewigen, wellenförmigen Rhythmus von Expansion und Kontraktion, den die Tantriker Spanda nennen.“ Diana Sans, Quelle

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„Die Erfahrung unserer Realität … stellt sich für einen befreiten und erwachten Menschen völlig anders dar als für jemanden, der sie aus der Sicht seiner Konditionierungen erlebt.“ Christopher Wallis

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„Die tantrische Revolution (vor tausend Jahren) brachte ihren Anhängern ähnlich befreiende Erneuerungen wie so mancher politischer Umbruch in Europa viele Jahrhunderte später. Sie räumte auf mit den Vorstellungen eines patriarchalischen Kastensystems und lehrte Freiheit, Gleichheit und Integration, basierend auf dem gemeinsamen göttlichen Ursprung aller Wesen.“ Diana Sans

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„Wir ersetzen unsere falsch ausgerichteten Geschichten durch gut ausgerichtete Geschichten.“ Christopher Wallis

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“Yoga does not just change the way we see things, it transforms the person who sees.” B.K.S Iyengar

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„Eine gebundene Seele hat Überzeugungen wie: ‚Ich bin nur träge Materie … ich bin ein Opfer.‘ Wenn es ihr gelingt, die fest verwurzelte Überzeugung vom Gegenteil dieser Ansichten zu erlangen, wird sie sofort zum Lord Śiva, dessen Körper das ganze Universum und dessen Seele das Bewusstsein ist.“ Abhinavagupta, Tantrāloka - Licht auf Tantra

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“Yoga is a method to come to a nondreaming mind. Yoga is the science to be in the here and now.” Osho

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„Durch den inneren Monolog des Rituals, so argumentiert Alexis Sanderson, untergräbt der Praktizierende seine Identität in der Welt der sich gegenseitig ausschließenden Subjekte und Objekte.“ Christopher Wallis

Gelassene Ungewissheit/Ein Vorgeschmack auf die Perspektive eines radikal befreiten Bewusstseins

Abhinavagupta schildert die souveräne Yogini als eine Person, die ihre Standpunkte „nicht von der Masse der törichten Lehren in dieser Welt in Zweifel ziehen lässt“. Ihre Position gründet in der „wahren Natur der Dinge“. Auf einem Vorhof der Erleuchtung erlebte sie zum ersten Mal die Gnade. Christopher Wallis spricht von einem „Vorgeschmack auf die Perspektive eines radikal befreiten Bewusstseins“.  

Gnade erwartet jede Person, die sie empfangen kann. Eine Voraussetzung für das Glück, Gnade zu erleben, liegt in Aufhebungen der Differenzen zwischen Weltlichem und Spirituellem mit jeder Seinsfaser.

Wer sich aber unbeirrbar in der Verfolgung eines eigensinnigen Plans zeigt, „im festen Glauben zu wissen, wer er ist und was er tut, wird viele der kleinen, feinen, unerwarteten Momente der Gnade verpassen“.

Die Praktizierenden lernen, „das Entstehen jeder neuen Erfahrung wahrzunehmen, bevor sich der … etikettierende Verstand einschaltet“.

„Fange den ersten Moment der Wahrnehmung auf und ergreife ihn … lenke die Aufmerksamkeit auf das anfängliche Entstehen eines Energiezustandes.“

Diana Sans erklärt an anderer Stelle, dass „das deutsche Wort Spannung … dieselbe indogermanische Sprachwurzel wie der Sanskrit-Begriff Spanda (hat)“.   

„Naturgemäß findet alles, was den Weg in die Expansion genommen hat, irgendwann zurück ins Zentrum, in die Kontraktion.“ Diana Sans  

Wallis lehrt die Verbindung von Kraft und Stabilität mit Leichtigkeit und Flow aus der Haltung unseres Gewahrseins in überschreitenden Prozessen.

„Wir ersetzen unsere falsch ausgerichteten Geschichten durch gut ausgerichtete Geschichten.“ 

„Wirkungsvolle Mantras (können) himmlische Schönheit unter die Kontrolle eines hässlichen Mannes bringen … ohne dass seine Hässlichkeit schwindet.“ Rajanaka Kṣemarāja

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“The other term greatly in need of clarification is śaktipāta … several million people around the world (including hundreds of thousands of Americans at the least) are now conversant with this previously esoteric term, as an internet search quickly reveals. Yet there is little clarity about its modern meaning (let alone the ancient one), which seems to range from initiation to magical transference of spiritual energy to spontaneous spiritual awakening.” Christopher Wallis, Quelle

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„Wenn du einen gewissen Erfolg in sādhanā hattest und dann śaktipāta erhältst, ist das wie eine Injektion mit Raketentreibstoff.“ Christopher Wallis

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„Mit dem Ausdruck Magische Geburt beschreibt Abhinavagupta … seinen Ursprung als „yoginībhū“ - von einer Yogini geboren. … Von solch einem Kind wird angenommen, dass es ein Depot von Wissen ist …“ Quelle

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“Joyful is the accumulation of good work.” Gautama Buddha

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„(Es gibt) nur einen Pfad der spirituellen Transformation … unabhängig davon … in welcher Religion … er artikuliert wird.“ Christopher Wallis

Spirituelles Erwachen

Das Leben vollzieht sich im dreifachen Prozess von Schöpfung, Stillstand und Auflösung. Seinen Grund findet dieser Vorgang im Nichts, das zugleich „ultimative Leere und vollständige Fülle ist“.

Dem Autor gelingt es, spirituelle Erfahrungen anschaulich zu schildern. Er beschreibt eine Erleuchtungspraxis vom Erwachen bis zur Befreiung. Ich folge ihm bereitwillig, mit der Vorstellung, Zeuge einer Offenbarung zu sein, die meinen Horizont sprengt. 

Aus der Ankündigung

Licht auf Tantra Die Philosophie hinter dem modernen Yoga, Für alle Yogis und Yoginis, die an den philosophischen Grundlagen von Yoga interessiert sind  

Der spirituelle Lehrer und Sanskritgelehrte Hareesh Christopher Wallis legt mit Licht auf Tantra erstmals eine leicht zugängliche Einführung in die Philosophie und Praxis des klassischen Tantra vor. Diese Lehre ist deshalb so zeitlos und zugleich modern, weil sie die Spiritualität auf radikale Weise mitten ins Leben bringt und dieses in all seinen Facetten umarmt und feiert. Seit der Entdeckung des Tantra durch den Westen vor etwa 100 Jahren steht der wachsenden Faszination eine Menge an Spekulationen und Fehlinformationen gegenüber. Hareesh Christopher Wallis hat die wichtigsten Quellen zusammengefasst und die tiefgründige Philosophie dahinter allgemeinverständlich dargestellt. Darüber hinaus bietet Licht auf Tantra tiefe Einblicke und einfach umzusetzende kontemplative Übungen, die sich nahtlos in die Praxis heutiger Yogis und Yoginis integrieren lassen. Die Tradition des Tantra stellt die wahre Grundlage des heute im Westen so bekannten und beliebten Hatha-Yoga dar und schlägt die überfällige Brücke von den ursprünglichen Quellen zum heutigen Yoga.  

Zum Autor

Dr. Christopher Wallis (Hareesh) wurde im Alter von 16 Jahren mit Meditation und Yoga vertraut gemacht. Seine profunden Kenntnisse gründen auf mehreren Universitätsabschlüssen, auf traditioneller Unterweisung sowie auf dreißig Jahren Erfahrung in den spirituellen Praktiken des Shaiva Tantra. Hareesh ist weltweit anerkannt als Dozent und Autor indischer Philosophie und als Übersetzer des Sanskrit. Er lehrt international und hat sich auf Meditation, praktische und tantrische Philosophie und Mantra-Wissenschaft spezialisiert. Er ist Gründer eines Retreat-Zentrums in Portugal, eines Online-Lernportals und leitet geführte Touren in Indien. Er ist Autor von Tantra Illuminated und The Recognition Sutras.