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2022-01-27 07:46:23, Jamal Tuschick

„In China verschwinden regelmäßig Leute ohne jede Erklärung.“ Desmond Shum

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Zu den guten Geistern des Romans zählt Božena Němcová, „Selbstversorgerin mit vier Kindern. Eine Alleinerziehende“ des 19. Jahrhunderts. Božena Němcová half der tschechischen Literatur auf die Sprünge. Ihrem ikonografischen Status verdankt sich das Verschweigen der deutschen Anfänge.

„Ich fand großen Gefallen an den deutschen Büchern.“

Radka Denemarková, „Stunden aus Blei“, Roman, auf Deutsch von Eva Profousová, Hoffmann und Campe, 32,-

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Die Aufständischen auf dem Platz am Tor des Himmlischen Friedens von 1989, siehe Tian’anmen-Massaker, skandierten Losungen des Prager Frühlings (1968), die von Václav Havel stammten.

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Mao in seinen eigenen Worten, überliefert von seinem Leibarzt, zitiert nach Radka Denemarková:

„Manche unserer Genossen verstehen die Situation nicht. Sie wollen, dass wir in See stechen und Taiwan übernehmen. Ich bin nicht einverstanden. Lassen wir Taiwan sein. Taiwan bedrängt uns ständig. Das ist wunderbar. Damit hilft es uns, die innere Einheit zu bewahren.“

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Ich liefere eine weitere Mao-Schote in dieser Preisklasse. Zum Mythenkranz als Rahmen der Heldenverehrung gehört die Mär von Maos persönlichen Einsatz im Kampf gegen die japanischen Usurpatoren. Doch führten den Krieg gegen die japanischen Besatzer vor allem die antimaoistischen Guomindang.

Mao befahl seinen Revolutionär:innen Zurückhaltung. Er spekulierte auf die Schwächung des innerchinesischen Gegners. Maos Fazit lässt sich an Zynismus nicht überbieten:

„Hätten die Japaner nicht große Teile Chinas besetzt, wären wir heute noch in den Bergen.“

Ich erinnere an einen älteren Titel der Autorin